Bremen wirtschaftet seine öffentlichen Grünanlagen herunter - Mittel deutlich erhöhen!

Bremens Grünanlagen verlieren kontinuierlich an Substanz und Attraktivität. "Bremen wirtschaftet seine öffentlichen Grünanlagen kontinuierlich herunter", sagt Ulf Jacob, Sprecher des Bündnisses lebenswerte Stadt. Seit vielen Jahren ist das Budget für die Pflege und die Entwicklung des öffentlichen Grüns in Bremen nicht auskömmlich. Die Folge ist ein dramatischer Sanierungsstau, der sich fortlaufend vergrößert. Für Investitionen und die Pflege des öffentlichen Grüns und der Kleingartenflächen wird seit Jahren deutlich zu wenig Geld aus dem bremischen Haushalt bereitgestellt. Bremen stellt mit rund 5 Mio. Euro (im Schnitt 0,64 € je m² öffentli. Grünfläche/Jahr) für die Pflege des Bremer Grüns nur die Hälfte des absolut notwendigen Budgets zur Verfügung. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement hält hier mindestens 1,19 €/m² für erforderlich („Orientierungswerte Grünflächenunterhaltung“, KGSt 2017). Das Bündnis lebenswerte Stadt fordert angesichts des Klimawandels und des wachsenden Nutzungsdrucks in den Koalitionsverhandlungen dafür zu sorgen, dass der Haushaltsansatz für das Bremer Grün ab der neuen Legislaturperiode deutlich erhöht wird.

 

Sanierungstau - nur Notpflege des Grüns

Seit Jahren wird nur noch eine „Notpflege“ betrieben (Rasenmähen, Verkehrssicherheit herstellen, Baumpflege). Der Klimawandel (Sturmschäden, Trockenheit, Starkregenereignisse) und der verstärkte Nutzungsdruck verschärfen das Problem. Die mangelhafte Pflege führt in der Folge zu einem inzwischen deutlich erkennbaren Sanierungsstau in öffentlichen Grünanlagen. Der Landesrechnungshof hat die Höhe des Sanierungsstaus für öffentliche Grünanlagen mit insgesamt 30,8 Mio. € angegeben. Die Folgen sind flächendeckend zu spüren. Neubau- oder Sanierungsprojekte, für die Beschlüsse oder politische Zusagen existieren, können ebenso nicht durchgefürht werden wie größere Sanierungsarbeiten an Bäumen, Gehölzbeständen, Wegen, Gewässern oder baulichen Anlagen.

 

Deutliche Erhöhung der Mittel für das Bremer Grün notwendig

Neben einer deutlichen Erhöhung der Mittel für die laufende Grünflächenpflege ist auch die die Erhöhung der Mittel für Investitionen dringend erforderlich. Bremen hat insgesamt 369 Grünanlagen (800 ha bzw. 8 Mio m²), viele davon sind sanierungsbedürftig. Bremen stellt hier derzeit jährlich 610.000,- € zur Verfügung. "Das ist ein Witz verglichen mit anderen Städten. Damit können derzeit durchschnittlich zwei Grünanlagen im Jahr saniert werden. Der Ausverkauf des Bremer Grüns wird so manifestiert“, beklagt Ulf Jacob.

 

Kleingärten - Sperrung droht

Auch eklatante Verkehrssicherheitsmängel an Bäumen und Wegen der Kleingärten belegen jahrelange Versäumnisse aufgrund der dauerhaften Unterfinanzierung. Die Ergebnisse von Baumkontrollen verpflichten zum sofortigen Handeln. Die geplante Neuregelung der Unterhaltung des öffentlichen Grüns im Rahmen der Erarbeitung des Kleingartenentwicklungsplanes 2025 generiert weitere Mehrbedarfe. Ohne eine erhebliche Aufstockung des Budgets für Kleingärten müssten früher oder später ganze Kleingartenanlagen gesperrt werden, befürchtet das Bündnis. Die Erarbeitung des Kleingartenentwicklungsplanes würde so ad absurdum geführt.

 

Auch für den Bereich Kleingärten ist die Aufstockung des Budgets daher dringend notwendig. Hier bestehen insbesondere im „Rahmengrün“ der Kleingartenanlagen große Verkehrssicherheitsgefahren. Auch für die notwendige Beseitigung von Ruinen und einsturzgefährdeten Gebäuden wird ein Budget quasi als „Feuerwehrmaßnahme“ benötigt, um schnell und unbürokratisch Maßnahmen zu ergreifen.

 

Forderungen für die Koalitionsvereinbarungen in Bremen - Legislatur 2019 - 2023
Koa Bremen 2019 Grünes Bremen fin.pdf
Adobe Acrobat Dokument 314.0 KB

Verlust von Bremens Grün stoppen!

Bremens Grün: Das sind der Bürgerpark, der Rhododendron-Park, die Wallanlagen, Parks, Plätze und nicht zuletzt die noch zahlreichen Straßenbäume. Doch Bremens Grün leidet unter schleichendem Verlust, warnt das »Bündnis für eine lebenswerte Stadt«. Aktuell wird die erforderliche finanzielle wie personelle Mindestausstattung für öffentliches Grün unterschritten. Der aus Kostengründen propagierte Verzicht auf das Nachpflanzen gefällter Straßenbäume ist ein Alarmzeichen und nur die Spitze des Eisberges. Wir fordern, die grüne Infrastruktur Bremens zu erhalten und weiter zu entwickeln und bieten dazu unsere Unterstützung an. 

 

Mit einem 11 Punkte-Programm fordert das Bündnis Grünes Bremen im Rahmen einer „GrünStrategie“ konkrete Maßnahmen zum Erhalt und für die Weiterentwicklung von Grün- und Freiflächen festzulegen. Grün- und Freiräume klima- und sozialgerecht weiterzuentwickeln, das muss trotz finanzieller Engpässe Kernthema einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung für Bremen sein.

 

11 Punkte-Programm

Nur mit einer guten Grünversorgung lässt sich die Lebensqualität in Bremen langfristig sichern. Bremen steht - wie andere Städte auch - vor der großen Herausforderung, die Folgen des Klimawandels bewältigen zu müssen. Urbanes Grün - also Parks, Bäume, Wiesen und Freiflächen - sind als natürliche „Klimaanlage“ der Schlüssel zur Lösung vieler Klimaprobleme. Grün- und Freiräume klima- und sozialgerecht weiterzuentwickeln, das muss trotz finanzieller Engpässe Kernthema einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung für Bremen sein. Damit Grün in Bremen auch künftig erhalten und in der Qualität weiter verbessert werden kann hat das Bündnis "Grünes Bremen" ein 11 Punkte Programm zur Bürgerschaftswahl 2015 vorgestellt. "grünes bremen" fordert darin eine „GrünStrategie“ mit konkreten Maßnahmen zum Erhalt und für die Weiterentwicklung von Grün- und Freiflächen. Hier weitere Informationen...

 

Wahlforderungen Bürgerschaftswahl 2015 G
Adobe Acrobat Dokument 282.8 KB

Mehr grüne Qualität in der Stadt!

Im »Bündnis für eine lebenswerte Stadt« haben sich Verbände, Landschafts- und Stadtplaner, Vertreter von Parks und Stiftungen, Unternehmer, Wissenschaftler und Hochschullehrer zusammengefunden. Das Bündnis fordert, jetzt die Weichen neu zu stellen, damit Grün in der Stadt auch in Zukunft erhalten, in der Qualität verbessert und dauerhaft finanziert wird. Eine hohe Qualität städtischen Grüns ist Voraussetzung für die Lebensqualität und ein klarer Standortvorteil, der Bremen auch als Wirtschaftsstandort attraktiv macht. Die Pflege und die stetige Erneuerung der grünen Infrastruktur haben in Bremen mit immer schwierigeren finanziellen Rahmenbedingungen und steigendem Aufwand etwa bei der  »Verkehrssicherung«  zu kämpfen. Dabei ist ein funktionierendes und hochwertiges öffentliches Grün Voraussetzung für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung. Denn: Urbanes Grün fördert die Gesundheit, reduziert die Feinstaubbelastung, mildert die Folgen des Klimawandels – beispielweise bei Starkregen – und übernimmt darüber hinaus auch wichtige soziale Funktionen.

Die Unterzeichner des Bündnisses fordern, das Engagement für urbanes Grün in Bremen gezielt zu verstärken. Zudem regen sie einen Dialog und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Akteuren aus unterschiedlichen Handlungsfeldern und Organisationen der Zivilgesellschaft an.


Unsere Positionen für eine Neuausrichtung.

 

Das »Bündnis für eine lebenswerte Stadt« fordert die Verantwortlichen in folgenden sieben Handlungsfeldern zu einer Neuausrichtung im Umgang mit öffentlichem Grün in Bremen auf:

 

1. Bremen braucht nicht weniger, sondern mehr und bessere Grünstrukturen.

Vor allem alte Bäume müssen besser geschützt werden. Nötig sind nicht nur Neupflanzungen, sondern ein langfristiger Entwicklungsplan und vor allem auch der Erhalt von Altbäumen und ausreichend großer Freiflächen. ➜ mehr

 

2. Die Wertschätzung für das Grün muss erhöht und gefördert werden.

Grün in der Stadt darf nicht nur als Ergänzung zur Bebauung und als Flächenreservoir gesehen werden, sondern muss als gleichwertiger Teil der städtischen Infrastruktur anerkannt und mitgeplant werden. ➜ mehr

 

3. Für die Zukunftsfähigkeit des Grüns braucht es eine Anpassungsstrategie.

Klimawandel und demografischer Wandel erfordern, sich von tradierten Pflegemustern zu lösen und neue Handlungsstrategien für eine langfristige Umorientierung zu entwickeln. ➜ mehr

 

4. Die Kompetenzen für das öffentliche Grün sind zu bündeln und zu stärken.

Die Verantwortung für städtische Grünflächen sollten im Interesse effektiver Planung, Entwicklung und Pflege im Sinne eines Grünflächenamtes wieder zusammen geführt werden. ➜ mehr

 

5. Das öffentliche Grün braucht fachlich begründete Prioritätensetzungen.

Eine hohe Qualität bei Planung, Umsetzung, Pflege und Management des öffentlichen Grüns braucht engagierte Menschen und fachkundige Köpfe, die verantwortlich die besten Lösungen für die zukunftsfähige Neuausrichtung erarbeiten. ➜ mehr

 

6. Grün in der Stadt erfordert eine finanzielle wie personelle Mindestausstattung.

Es ist sicherzustellen, dass öffentliches Grün auch in Zukunft erhalten, in der Qualität gestärkt und dauerhaft finanziert wird. Dazu können neue Finanzierungswege wie eine Kostenbeteili- gung von Bauherren oder zweckgebundene Abgaben zur Speisung eines Grünfonds beitragen. Bürgerschaftliches Engagement ist aktiv zu unterstützen. ➜ mehr

 

7. Das planungsrechtliche Instrumentarium ist stärker zu nutzen.

Insbesondere der Baumschutz bei Bauvorhaben muss konsequent umgesetzt und überprüft werden. ➜ mehr

 

zum Download: Unser Positionspapier

Position Grünes Bremen fin 5.14.pdf
Adobe Acrobat Dokument 408.4 KB

Das Bündnis für eine lebenswerte Stadt

      mit Unterstützung von