Gute Beispiele für Bremen

Essen und Dortmund: Pflicht für Dachbegrünung

Essen neue grüne Mitte  (c)JohannesKassenberg
Essen neue grüne Mitte (c)JohannesKassenberg

Die Stadt Essen geht jetzt mit gutem Beispiel voran und will deutlich mehr Grün auf die Dächer bringen. In Essens Innenstadt soll auf einem Gebiet von fast 100 Hektar die Begrünung von Flachdächern rechtsverbindlich vorgeschrieben werden. Dafür werden derzeit rund 30 bestehende Bebauungspläne ergänzt und die Begrünung von Flachdächern zur Pflicht gemacht. Das gilt für alle Neubauten und auch für bestehende Gebäude - und zwar dann, wenn an bestehenden Gebäuden bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Die Stadt Essen versteht dies als Beitrag zum Klimaschutz. Lässt der Klimawandel doch extreme Temperaturschwankungen, starke Niederschläge, Stürme und Trockenperioden erwarten. „Jedes zusätzliche Gründach verbessert die Umwelt- und Lebensqualität in Städten“, betonen Vertreter der Stadt Essen. Dies gilt allen voran in der dicht bebauten Innenstadt. Deren Potenzial für die Dachbegrünung sei riesig, sagt Ronald Graf, Chef des Planungsamtes.

 

Auch Dortmund will künftig alle planungsrelevanten Maßnahmen zur Umsetzung einer Dachbegrünung ausschöpfen. Die Festsetzung von Dachbegrünungen für Flachdächer oder flachgeneigten Dächern bei Neubauvorhaben soll im Bebauungsplan „zur Normalität“ werden. Bereits existierende Bebauungspläne, deren Planbereich vom Klimawandel beeinträchtigt ist, sollen durch entsprechende Gründachfestsetzungen ergänzt werden. Die Festsetzung einer Dachbegrünung im Bereich der Hitzeinseln greift bei neuen Bauvorhaben und bei der Umwandlung einer bestehenden Dachform in ein neues Flachdach beziehungsweise flachgeneigtes Dach.

 

Hier weitere Informationen zu den Plänen in Essen und Dortmund

 

Flachdachbegruenung_Essener_Innenstadt_Begruendung
Flachdachbegruenung_Essener_Innenstadt_B
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"Grosses Grün" - Bremer Investor Justus Grosse setzt auf Gründächer

Erster Schritt für klimagerechtes Bauen

Bei Neubauvorhaben in Findorff setzt Justus Grosse erstmals auf Gründächer   (c) J. Grosse, bearbeitet
Bei Neubauvorhaben in Findorff setzt Justus Grosse erstmals auf Gründächer (c) J. Grosse, bearbeitet

Die in Findorff entstehenden Neubauprojekte des Investors Justus Grosse bekommen grüne Dächer. Die beiden großen Wohngebäude »Münchner Bogen« und »Findorffer Tor« waren ursprünglich ohne eine Dachbegrünung geplant worden. Nach der Kritik vom Bündnis grünes Bremen sowie von Initiativen und dem Beirat vor Ort kündigten Vertreter der Justus Grosse Projektentwicklung GmbH jetzt an, sowohl das Bauvorhaben »Findorffer Tor« an der Hemmstraße als auch das Projekt »Münchner Bogen« an der Münchener Straße nun doch mit einem Gründach zu bauen.

 

Die Entscheidung von Justus Grosse, ihre Neubauten mit grünen Dächern zu bauen, ist begrüßenswert und ein erster wichtiger Schritt. Das Umdenken sollte auch andere Bauträger in Bremen motivieren, klimagerechter zu bauen, meinen wir. In Zeiten des Klimawandels sind begrünte Dächer für den Klimaausgleich dringend notwendig. Für das Stadtklima muss künftig insgesamt mehr getan werden. Bremen steht vor einem großen Wandel: Der Bedarf an neuen Wohnungen und die zunehmende Bebauung von freien Flächen führt zu einer weiteren "Verdichtung" der Stadt und zum Verlust wichtiger Frei- und Grünflächen. Damit Bremen - trotz zunehmender Bebauung - lebenswert bleibt, fordert das Bündnis mehr Dachbegrünung und grüne Fassaden. Alle Neubauten mit geeigneten Flachdächern müssen ein grünes Dach bekommen. Solche Pläne gibt es in vielen deutschen Städten, in Bremen allerdings bisher nicht. Umso wichtiger ist die Einsicht bei den Investoren in die Notwendigkeit, die Stadt von morgen klimagerecht zu bauen.

 

 

Mehr Schwung für grüne Dächer in Bremen

Ergebnisse Gründachforum Bremen

Gut besuchtes Gründachforum in der botanika in Bremen    (c) Bündnis grünes bremen
Gut besuchtes Gründachforum in der botanika in Bremen (c) Bündnis grünes bremen

Wie können unsere Städte nachhaltig wachsen, die Lebensqualität der Bewohner verbessert und die grüne Infrastruktur ausgebaut werden? Eine Antwort auf diese Frage liegt in der Nutzung der Dachflächen. Neben den Umweltvorteilen schlagen sich auch der Schutz der Dachabdichtung, die Hitzeabschirmung und die Wärmedämmung positiv in der Bilanz nieder. Kein anderes Baukonzept schafft eine vergleichbare Vielfalt an positiven Effekten für Gebäude, Mensch und Umwelt. Die Installation von Vegetationsflächen auf den Dächern der Stadt ist in der Lage, neue Handlungsspielräume für den kommunalen Klimaschutz und die Klimawandelanpassung zu eröffnen. Am 25. Oktober bot das Gründach-Forum Bremen in der botanika Gelegenheit, sich mit Gebäudebegrünungs-Experten, Planern und Architekten über branchenübergreifende Strategien und Maßnahmen zu informieren. Im Fokus der Vorträge standen Aspekte der Starkregenvorsorge, der kommunalen Förderung und der Bau- und Vegetationstechnik. Eine Dachbegrünung kann auf vielen auf einer Vielzahl von Gebäudedächern zum Einsatz kommen – vom kleinen Garagendach bis zu großen Industriehallen. Anhand praktischer Beispielen wurden kommunale Förderprogramme, innovative Gründach-Technologien und Aspekte der Klimaanpassung präsentiert. Vorgestellt wird u.a. die Hamburger Gründdachstrategie. Das Thema Biodiversität spielte ebenfalls eine wichtige Rolle.


Das Bündnis "grünes bremen" schlägt vor, mehr zu tun für Dachbegrünung und grüne Fassaden. Die aktuellen, stark gekürzten bremischen Fördermaßnahmen seien unzureichend und insbesondere für gewerbliche bzw. größere Dachflächen wirkungslos. Grüne Dächer sind besonders in innenstädtischen Bereichen verstärkt zu fördern. Alle Neubauten mit geeigneten Flachdächern sollten verpflichtend ein grünes Dach bekommen, so das Bündnis. Denn Dachbegrünungen sind ein zentrales Instrument, um einen Ausgleich zu erreichen zwischen der Verdichtung der Stadt und der Notwendigkeit, die beispielweise für die Klimaanpassung wichtigen Grünstrukturen zu erhalten und auch neu zu schaffen. Solche Maßnahmen gebe es in vielen deutschen Städten, in Bremen allerdings nicht.

Das Gründach-Forum wurde veranstaltet vom Deutschen Dachgärtner Verband, dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, der Bremer Umwelt Beratung und dem Bündnis Grünes Bremen.

 

Flyer-Gruendach-Forum-Bremen-2016.pdf
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Grüne Dächer: Bremen streicht Förderung

"Fatales Signal für die Zukunft des nachhaltigen Bauens in Bremen "

Hamburg fördert Gründächer umfassend                              ©Treibhaus Landschaftsarchitektur, Luftbild: Matthias Friedel
Hamburg fördert Gründächer umfassend ©Treibhaus Landschaftsarchitektur, Luftbild: Matthias Friedel

Rot-Grün will die erfolgreiche Förderung der Dachbegrünung für private Bauherren und gewerbliche Gebäude in Bremen komplett streichen. Lediglich für sog. "Großwohnanlagen" wird noch ein geringes Budget aufgewendet werden. "Es ist ein komplett falsches Signal der rot-grünen Koalition für die Zukunft des Bauens in Zeiten des Klimawandels", so ein Sprecher des Bündnis "grünes bremen". Gerade mit Blick auf die zunehmende Innenverdichtung komme Grünanteilen am Bau eine wichtige Ausgleichfunktion zu. Vereinbart hatte die Koalition daher auch die Fortsetzung und erweiterte Förderung der Dachbegrünung. Denn "Grünflächen sind wichtig für die Lebensqualität in der Stadt und zur Anpassung an den Klimawandel" – so steht es im Koalitionsvertrag.

 

Das bisherige Programm ist überaus erfolgreich: In Bremen wurden quer durch alle Stadtteile - von kleiner Garage bis zu großen Firmendächern - etwa 30 Gründachprojekte pro Jahr gefördert. Zur Zeit liegen Anträge für über 2000 qm begrünte Dachflächen vor. "Ein bestens eingeführtes Programm, das sich hervorragend für die Entwicklung einer grünen, klimaangepassten Stadt eignet", so das Bündnis "grünes Bremen". Mit dem Ausschluss aller privater Eigentümer/-innen und von gewerblichen Immobilien sei die Dachbegrünung in Bremen tot. Als völlig unrealistisch schätzen Fachleute die Wirksamkeit der jetzt beabsichtigen "Pseudoförderung" für Großwohnanlagen ein. Wohnungsunternehmen müssten mindestens 48.000 Euro in die Hand nehmen, um die 25%-Förderung zu bekommen. Es gäbe zudem keine direkten Vorteile für Eigentümer, Mieter oder Wohnungsbaugesellschaft.

 

Damit Bremen - trotz zunehmender Bebauung - fit für den Klimawandel wird, fordert das Bündnis "grünes bremen" mehr zu tun für Dachbegrünung und grüne Fassaden. Grüne Dächer müssten für alle Gebäudetypen gerade in besonders sensiblen Innenstadtbereichen weiter und verstärkt gefördert werden. Mindestens sei die bisherige Fördersumme von 165.000 € einzusetzen. Denn Bauwerksbegrünungen sind ein zentrales Instrument, um einen Ausgleich zu erreichen zwischen der Verdichtung der Stadt und der Notwendigkeit, für die Klimaanpassung wichtigen Grünstrukturen zu erhalten und in sensiblen Bereichen auch neu zu schaffen. Ziel sei es, das alle Neubauten mit geeigneten Flachdächern ein grünes Dach bekommen, so das Bündnis. Solche Pläne bzw. Regelungen gäbe es in vielen deutschen Städten, in Bremen allerdings nicht.

 

Vorlage alt Deputation 3.12.15
19_41_Regenwasserbewirtschaftung_Endf.pd
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Vorlage neu Deputation 17.12.15
19_41_Dachbegrünung Regenwasserbewirtsch
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Zukunft Bauen in Bremen nur mit Grün

Begrünte Dächer wirken positiv auf das Stadtklima, halten Niederschläge zurück, erschließen gerade in dicht bebauten Stadtgebieten neue Freiräume und erhöhen die Biodiversität - außerdem wirken sie positiv auf das Gebäudeklima und schützen u.a. vor sommerlicher Hitze. Aktuelles Beispiel Findorff: Obwohl offensichtlich gut geeignet, ist eine Dachbegrünung des geplanten Flachdaches des Bauvorhabens "Findorffer Tor" (Hemmstraße) nicht vorgesehen. Dabei wäre ein Gründach zur Stärkung der klimatischen Ausgleichsfunktionen sinnvoll, notwendig und angemessen. Das Bauprojekt liegt in einem klimasensiblen Gebiet - u.a. mit Einwirkbereich der für den klimatischen Ausgleich wichtigen Kaltluftströmung.

 

Das Bündnis "grünes bremen" unterstützt eine entsprechende Forderung des Beirates Findorff und setzt sich dafür ein, mit einem Gründachprogramm für Bremen und Bremerhaven die Zahl und Fläche grüner Dächer deutlich zu erhöhen. Bauwerksbegrünungen sind ein zentrales Instrument, um einen Interessensausgleich zu erreichen zwischen Bebauung und Verdichtung im Innenbereich der Stadt und der Notwendigkeit, Grünstrukturen zu erhalten und in klimasensiblen Bereichen auch neu zu schaffen.

 

Das Programm sollte Maßnahmen umfassen wie

  • Schaffung und Umsetzung rechtlicher und adminstrativer Rahmenbedingungen
  • Erarbeitung eines Dachflächenkataster zu Darstellung und besseren Kommunikation des vorhandenen Gründachpotentials
  • Weiterentwicklung der Förderung
  • Entwicklung baurechtlicher Vorgaben zur Begrünungspflicht für Neu- und Umbauten in der Bauleitplanung bzw. Bauordnung (Grüncheck für Neubauvorhaben, Ausgestaltung städtebaulicher Verträge, Gründachverordnungen für geeignete Quartiere, Ausschreibungskriterien für Dach- und Fassadenbegrünung)
  • die Umsetzung am Beispiel geeigneter Quartiere und Bauvorhaben,
  • begleitendes Beratungs- und Kommunikationsprogramm.

Eine kommunale Festsetzungen von Gründächern (bsplw. im Bebauungsplan und Gestaltungssatzungen gem. BauGB) sind ein bewährtes Instrument der Umweltgesetzgebung, dass von Städten in ganz Deutschland erfolgreich eingesetzt wird, um die Folgen der zunehmenden Flächenversiegelung - insbesondere im Innenbereich - zu begrenzen. Rund 90% der Kommunen in Deutschland setzen inzwischen Dachbegrünungen in Bebauungsplänen (Quelle DDV) fest. Auch in Bremen sollte ein Mindeststandard der Festsetzung von Gründächern in der Bauplanung erreichbar sein.

 

Beispiel München - Freiflächengestaltungssatzung:

„Geeignete Flachdächer sowie flachgeneigte Dächer bis 20° sollen ab einer Größe von 100 m² begrünt werden.“ Ausnahme: Dachflächen, die mit Solaranlagen ausgestattet werden.

 

Beispiel Osnabrück

Festsetzung Bauleitplanung:

 Gemäß den ökologischen Standards in der Bauleitplanung der Stadt Osnabrück werden in neuen Bebauungsplänen folgende Festsetzungen getroffen:

„Dachflächen mit einer Neigung < 15° und einer Gesamtdachfläche von mehr als 200 m² sind flächendeckend mit einer mindestens extensiven Dachbegrünung dauerhaft zu begrünen. Hiervon ausgenommen sind Teilflächen, die zur Gewinnung regenerativer Energien (Photovoltaik, Solarthermie) genutzt werden sowie Dächer von Wohngebäuden.“ Eine Kombination von Grün- und Solardach ist möglich. Im Falle von Neubauten in stadtklimatisch hoch belasteten Stadtgebieten wird im Einzelfall auch die Dachbegrünung für flach geneigte Dächer vorgeschrieben und die alternative Nutzung durch Solaranlagen nicht zugelassen. In diesem Fall wird jedoch darauf hingewiesen, dass Solarnutzungen auch auf einem Gründach erfolgen können.

 

Beispiel Hamburg

Hamburg hat seit April 2014 eine eigene Gründachstrategie entwickelt und möchte damit Anstoß für den Bau von mehr begrünten Dächern auf Neubauten und für geeignete Flachdachsanierungen geben. Grüne Dächer sollen als zusätzliche Grün-, Aufenthalts- und Erholungsflächen und als ein wichtiges Element zur Verbesserung des Stadtklimas und der Verschönerung des Stadtbilds dienen. Hamburg will Neubauten und geeignete Flachdachsanierungen über 100 m² mit grünen Dächern (Intensiv oder Extensiv) versehen.

 

Ziele Hamburger Gründachstrategie

Mindestens 70 % der Neubauten mit Flachdach oder flachgeneigten Dächern und geeigneten Flachdachsanierungen werden begrünt, davon sind 20 % für Bewohner oder Beschäftige als Freiräume nutzbar. Grüne Dächer werden so gebaut, dass sie eine durchschnittliche Regenwasserrückhaltung von 60 % erzielen.

 

Die Anzahl grüner Dächer in Hamburg soll zunehmen und damit

1. der Regenwasserrückhaltung und verstärkten Verdunstung von Niederschlägen dienen,

2. die Überlastung der Entwässerungssysteme mindern und so die Gefahr von Überflutungen verringern,

3. sich positiv auf das Stadtklima auswirken und dazu beitragen, CO2 Emissionen zu reduzieren,

4. bisher ungenutzte sowie neue Freiräume erschließen sowie

5. die Natur und Biodiversität in der Stadt erhöhen.

 

Beispiel Baden-Württemberg

Im Rahmen der neue LandesBO in BaWÜ sind ökologische Belange beim Bauen stärker zu berücksichtigen. Häuser vermehrt begrünt werden. "Sollte eine Begrünung von Grundstücken nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sein, sollen die bauliche Anlagen zu begrünen sein (z.B. durch Dach- oder Fassadenbegrünung), soweit ihre Beschaffenheit, Konstruktion und Gestaltung dies zulassen und die Maßnahme für die Bauherrin oder den Bauherrn wirtschaftlich zumutbar ist", heißt es im Gesetzentwurf des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur

 

Beispiel Hannover

Im Stadtgebiet werden seit Einführung der „Leitlinien für den Umgang mit Dachbegrünung in Bebauungsplänen“ im Juni 1994 (Aktualisierung in 2012) bei Neubauvorhaben im Rahmen der Bauleitplanung Dachbegrünungen in Bebauungsplänen festgeschrieben und im Rahmen der Eingriffs- und Ausgleichsregelung als Maßnahme zur Eingriffsminderung angerechnet. Die Leitlinien gelten für Tiefgaragen in allen Baugebieten, sowie für alle Flachdächer mit einer Neigung von weniger als 20 Grad in Gewerbe-, Industrie- und Sondergebieten und Blockinnenbereichen, die von der umliegenden Bebauung einsehbar sind.

 

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