Bremen – eine kindergerechte Stadt?

Veranstaltung am 9. September: Wieviel Spielräume brauchen wir?

Vortrag von Holger Hofmann, Geschäfts-führer Deutsches Kinderhilfswerks
Vortrag von Holger Hofmann, Geschäfts-führer Deutsches Kinderhilfswerks

Bremen soll wachsen und wird künftig dichter bebaut. Angesichts des Ausbaudrucks steigen die „Begehrlich-keiten“, weitere Frei- und Spielflächen zu bebauen. Wie in zahlreichen anderen Kommunen sollen in Bremen auch öffentliche Spielplätze überbaut werden. Vor dem Hintergrund dieser Diskussion und der geplanten Entwicklung eines Spielraumförderprogramms für Bremen lädt das Bündnis für eine lebenswerte Stadt – grünes bremen gemeinsam mit Landessportbund Bremen e.V. und Umwelt Bildung Bremen e.V. ein zur Veranstaltung „Bremen – eine kindergerechte Stadt? In Zeiten knapper Flächen und Kassen: Wieviel und welche Spielräume brauchen wir?“ am Freitag, den 9. September von 14 - 17 Uhr.  Für die drei einführenden Vorträgen haben Holger Hofmann, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks (Berlin) und Dr. Antje Luchs, Universität Bremen zugesagt. Eine Vertreterin des Ressorts der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport wird die Pläne für die Spielraumentwicklung in Bremen vorstellen. Im Anschluß an die Vorträge soll eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Parteien in der Bremer Bürgerschaft stattfinden.

 

Weitere Informationen und das ausführliche Programm finden sich hier...

 

 

Diskussion um Bebauung

Bremen braucht mehr Spielflächen

In ganz Bremen wird nicht einmal die Hälfte der angestrebten Ausstattung mit Spielflächen für Kinder erreicht. Darauf weist das „Bündnis für eine lebenswerte Stadt – grünes Bremen“ hin. Bremen hat sich das Leitbild der bespielbaren Stadt gegeben, bei dem eine Spielfläche von mindestens 3 qm pro Einwohner vorgesehen ist. Fast alle Stadtteile und Quartiere erfüllen diese Ziele jedoch bei weitem nicht. Insgesamt kann Bremen nicht einmal die Hälfte der notwendigen Spielflächen bereitstellen. Der sogennannte Versorgungsgrad mit Spielflächen liegt durchschnittlich Bremen weit bei 43 %. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen wie in Findorff oder in der Neustadt sind freie Spielflächen besondere Mangelware – hier wird oft nicht einmal ein Viertel des Anteils erreicht. Die Zahlen für alle Ortsteile Bremens finden Sie hier...

 

Vor diesem Hintergrund Pläne zur Bebauung von Spielplätzen weiterzuverfolgen, widerspricht nach Auffassung des „Bündnis für eine lebenswerte Stadt" den berechtigten Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen für ausreichend Spiel- und Freiräume. Die Kita-Ausbaupläne auf Spielplätzen sorgten für heftigen Widerstand. Von den ursprünglich über zehn Spielplätzen (wir berichteten), die für eine Bebauung in Frage kamen, sind die Pläne für Spielplätze in Findorff, Osterholz und im Viertel weiterhin aktuell. In Findorff wie in der Neustadt hatten sich Bürgerinitiativen gegen die Bebauung gegründet. Pläne, einen Spielplatz in der Neustadt zu bebauen, würden laut einer Sprecherin des Bildungsressorts nicht mehr verfolgt. 

Alternativen prüfen

Bündnis warnt vor Verlust von Spielflächen

Bündnis fordert ausreichend Spielraum für Kinder und Jugendliche in Bremen
Bündnis fordert ausreichend Spielraum für Kinder und Jugendliche in Bremen
Ein breites Bündnis warnt angesichts aktueller Ausbaupläne für Schulen und Kindertages-stätten vor einem drohenden Verlust von Spielflächen in Bremen. Mindestens zehn öffentliche Spielplätze sollten nach Informationen des Bündnisses insbesondere im Zuge des Neubaus von Schulen und Kindertagesstätten bebaut werden. Nach starker Kritik aus den Stadteilen und aus der Politik sind noch vier Spielplätze in Findorff, Osterholz und im Viertel von Bebauung bedroht. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen sind freie Spiel- und Aufenthaltsflächen bereits heute Mangelware. »Hier Spielplätze zu bebauen und wertvolle Flächen für Kinder und Jugendliche weiter zu reduzieren, ist Ausdruck einer kurzsichtigen und verfehlten Politik«, so das »Bündnis für eine lebenswerte Stadt«, dem sich neben dem Verband des Garten- und Landschaftsbau, der Architektenkammer, dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten und dem BUND Bremen u.a. auch der Landessportbund, das Deutsche Kinderhilfswerk und Umwelt Bildung Bremen angeschlossen haben.

Reaktionen - Jetzt sollen doch Alternativen geprüft werden

Titelgeschichte des Weser Kurier: Spielplätze oder Kitas? Weil die Bildungsbehörde Platz für neue Kitas braucht, sollen öffentliche Spielplätze geopfert werden. Mindestens zehn Flächen sind betroffen. Suche nach Alternativen! Behörde denkt um und sucht auch andere Flächen für die Bebauung... lesen Sie den Artikel im Weser Kurier.
Wir begrüßen die klare Position der LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft gegen jede Spielplatzbebauung - insbesondere die fortgeschrittenen Baupläne (Findorff, Neustadt) sind damit für die örtlichen Beiräte der LINKEN nicht mehr zustimmungsfähig. Zitat: "(..) Spielplätze ... müssen erhalten und gepflegt statt zur Disposition gestellt werden, alles andere läuft der vom Senat verkündeten Förderung von Spielraum entgegen“, so Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der aktuellen Meldungen, dass zehn öffentliche Spielplätze in Bremen im Rahmen des Kita- und Schulausbaus bebaut werden sollen."

 

Bremen hat sich das Leitbild der bespielbaren Stadt gegeben, bei dem eine Spielfläche von mindestens 3 qm pro Einwohner vorgesehen ist. Viele Stadtteile und Quartiere erfüllen diese Ziele schon jetzt bei weitem nicht. Die enge Haushaltslage und der Ausbaudruck führen nun zusätzlich dazu, dass vor allem öffentliche Flächen für den Ausbau von Schul- und Kitaeinrichtungen gewählt werden - offensichtlich ohne umfassende Alternativenprüfung. Die aktuelle Koalitionsvereinbarung in Bremen schreibt fest, ein Spielraumförderprogramm zu entwickeln sowie Spielleitplanungen als verbindliches Instrument für die Weiterentwicklung von Spielmöglichkeiten für alle Stadtteile in Bremen einzuführen. Diese Absicht ist zu begrüßen, doch wird sie von den anstehenden Bebauungsplänen überholt.

 

Eine Übersicht über die bedrohten Spiellflächen in Bremen und die Ausstattung der Stadtteile mit Kinderspielflächen finden Sie hier...

 

 

Bremen streicht Förderung Dachbegrünung

Hamburg fördert Gründächer umfassend                              ©Treibhaus Landschaftsarchitektur, Luftbild: Matthias Friedel
Hamburg fördert Gründächer umfassend ©Treibhaus Landschaftsarchitektur, Luftbild: Matthias Friedel

Rot-Grün will die erfolgreiche Förderung der Dachbegrünung für private Bauherren und gewerbliche Gebäude in Bremen komplett streichen. Lediglich für sog. "Großwohnanlagen" wird noch ein geringes Budget aufgewendet werden. "Es ist ein komplett falsches Signal der rot-grünen Koalition für die Zukunft des Bauens in Zeiten des Klimawandels", so ein Sprecher des Bündnis "grünes bremen". Gerade mit Blick auf die zunehmende Innenverdichtung komme Grünanteilen am Bau eine wichtige Ausgleichfunktion zu. Vereinbart hatte die Koalition daher auch die Fortsetzung und erweiterte Förderung der Dachbegrünung. Denn "Grünflächen sind wichtig für die Lebensqualität in der Stadt und zur Anpassung an den Klimawandel" – so steht es im Koalitionsvertrag. mehr...

 

Grüne Dächer für Bremen

So sollte es bei allen geeigneten Neubauvorhaben aussehen.
So sollte es bei allen geeigneten Neubauvorhaben aussehen.

Mehr grüne Dächer und begrünte Fassaden, das sollte das Ziel sein, um unsere Städte - trotz zunehmender Bebauung  - lebenswerter und zukunftsfähig zu machen. Denn Bauwerksbegrünungen sind ein zentrales Instrument, um einen Interessensausgleich zu erreichen zwischen der sog. Verdichtung der Stadt und der Notwendigkeit, Grünstrukturen zu erhalten und in klimasensiblen Bereichen auch neu zu schaffen. Das Bündnis „grünes bremen“ schlägt vor, mit einem Gründachprogramm für Bremen und Bremerhaven die Zahl und Fläche grüner Dächer deutlich zu erhöhen. Alle Neubauten mit geeigneten Flachdächern sollten ein grünes Dach bekommen - aktuelles Beispiel Findorff. mehr...

 

 

Stadtgespräch mit Prof. Dr. Reuther

Professorin Dr. Iris Reuther, Senatsbaudirektorin der Freien Hansestadt Bremen, war zu Gast bei den »Stadtgesprächen«. Die „Re-Urbanisierung“ stellt Stadtplanung vor Heraus-forderungen: Es gilt, neue und auch bezahlbare Wohnungen zu schaffen und Bremen als grüne Stadt weiter zu entwickeln. Frau Reuther betonte die besondere Bedeutung von "Grün" in der Stadt: Wichtig sei es auch, neues Grün zu schaffen. Gerade in dicht bebauten Standorten. Ein kurzes Video der Veranstaltung und mehr Infos hier...

 

 

Prof. Friedrich von Borries im Interview

Professor Friedrich von Borries
Professor Friedrich von Borries

Friedrich von Borries, Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis der HFBK Hamburg, und einer der zur Zeit meistdiskutierten Architekten, Designer und "urbanen Visionäre" war in Bremen und hat im Rahmen einer Veranstaltung im Alten Fundamt ein Leitreferat zum Thema "Grüne Städte" gehalten. Im Interview mit "grünes bremen" fordert von Borries "mutige Strategien für die Stadt der Zukunft". Grün sei der "Zukunftsraum der Stadtentwicklung", der "die Lebensqualität einer Stadt bestimme". Grün habe eine wichtige soziale Funktion: Einzelne Gruppen (vom Zugang zu Grün) auszuschließen oder zu benachteiligen, hält von Borries für falsch. Das vollständige Interview und Informationen zu einer Veranstaltung mit Prof. Borries in Bremen finden Sie hier.

 

 

Unsere Stadtrundgänge

"Grünes Bremen" organisiert eine Reihe von Stadtrundgängen zu grünen Themen - alle Informationen zum Rundgang in Findorff zum Thema "Die klimagerechte Stadt"....

Presseresonanz siehe unten und weitere Artikel hier auf unserer Presseseite.

Unterstützung für klimagerechte Stadt

Das Bündnis für eine lebenswerte Stadt unterstützt das bundesweite Memorandum »Klimagerechte Stadt«. Danach muss die »Klimagerechte Stadt« eine zentrale Rolle für die künftige Stadtentwicklung und im Städte- und Wohnungsbau spielen. Wissenschaftler und Experten machen auf den dringenden Umsetzungsbedarf zum Thema klimagerechte Stadt aufmerksam und fordern eine enge Vernetzung der Themen Klima, Ressourcen und Stadtentwicklung. Auch Bremen steht vor der großen Herausforderung, die Folgen des Klimawandels bewältigen zu müssen. Insbesondere urbanes Grün ist als natürliche »Klimaanlage« ein Schlüssel zur Lösung vieler Klimaprobleme. Nur mit einer guten Grünversorgung kann Bremen die Lebensqualität in der Stadt langfristig sichern. Erhalt und Weiterentwicklung von städtischem Grün ist daher als zentrales Ziel auch in Zeiten klammer Kassen unverzichtbar, so das Bündnis Grünes Bremen - siehe unten. Weitere Informationen www.memorandum-klimagerechte-stadt.de

 

 

"Weitere Kürzungen der Grünpflege und - entwicklung nicht hinnehmbar"

Podiumsdiskussion "Zukunft Stadt und Grün" in der Botanika mit dem VGL und der Stiftung Grüne Stadt.
Podiumsdiskussion "Zukunft Stadt und Grün" in der Botanika mit dem VGL und der Stiftung Grüne Stadt.

Bremens Grün - Bürgerpark, Rhododendron-Park, Wallanlagen, Parks, Plätze und nicht zuletzt die noch zahlreichen Straßenbäume gehören zu Bremen wie der Roland oder die Weser. Doch unser Grün leidet unter einem schleichenden Verlust, warnt das neu gegründete »Bündnis für eine lebenswerte Stadt«. mehr

Hier geht es zu den Ergebnissen der Veranstaltung "Zukunft Stadt und Grün"

 

 

Wer ist »grünes bremen«?

Das sind die Initiatoren und Unterstützer von grünes Bremen: »Bündnis für eine lebenswerte Stadt«.  mehr

 

 

Unsere Positionen für eine Neuausrichtung.

Das »Bündnis für eine lebenswerte Stadt« fordert die Verantwortlichen in folgenden sieben Handlungsfeldern zu einer Neuausrichtung im Umgang mit öffentlichem Grün in Bremen auf.  mehr

 

      Das Bündnis für eine
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